Die Heizkraftwerke Kehl GmbH ist eine Projektgesellschaft,
die die Papierfabrik August Koehler Kehl GmbH mit Dampf aus einem
Biomassekraftwerk beliefert.
Hintergrund
für die Gründung dieser Projektgesellschaft war das
Bestreben der Firma August Koehler AG, der Stadt Kehl und den
Umweltverbänden am Standort in Kehl eine Energieversorgung
auf Basis einer Kraft-Wärme-Kopplung aufzubauen. Erst durch
die Verabschiedung des Gesetzes Erneuerbarer Energie (EEG) war
es wirtschaftlich vertretbar, die Kraft-Wärme-Kopplung zu
realisieren.
Die Gesellschafter Harpen Energie Contracting GmbH (HEC), mit
Sitz in Dortmund, und die August Koehler AG, mit Sitz in Oberkirch,
gründeten am 15. Mai 2001 die Gesellschaft Heizkraftwerk
Kehl GmbH. Die HEC ist an dieser Gesellschaft mit 75% und die
August Koehler AG mit 25% beteiligt. Gegenstand der Gesellschaft
ist die Errichtung und Betrieb eines Heizkraftwerkes auf Biomassebasis
und Verkauf von hierdurch produzierten Energien.
Nach
Baubeginn des Biomasse-Heizkraftwerkes im Herbst 2001 erfolgte
die Inbetriebnahme etwa ein Jahr später. Die erste Stromeinspeisung
nach dem EEG erfolgte Ende November 2002 im Rahmen der Inbetriebnahme.
Damit ist diese Anlage das erste neu errichtete Kraftwerk
seiner Art, das nach Inkrafttreten des EEG in Betrieb gegangen
ist.
Herzstück der Anlage ist ein zirkulierender Wirbelschichtkessel
des Herstellers Foster Wheeler aus Finnland. Im Kessel werden
59 t Dampf/h mit 90 bar und 500 Grad C erzeugt. Aus einer nachgeschalteten
Dampfturbine mit einem Gegendruck von 7,5 bar werden darüber
hinaus ca. 50t/a Prozessdampf für die Papiermaschinen erzeugt.
Durch die Entspannung in der Dampfturbine werden dabei ca. 8,6
MW elektrische Leistung erzeugt, die nach dem Erneuerbaren Energie
Gesetz (EEG) in das Stromnetz des regionalen Energieversorgers
eingespeist werden.
Als Brennstoff werden zunächst Land- und Forstwirtschaftliche
Holzprodukte und Althölzer der Kategorie AI und AII eingesetzt.
Die gesamte Jahresmenge beträgt max. 132.000 t, die gewogen
im Heizkraftwerk angenommen werden.
Durch die Veränderung der Biomasseverordnung und Altholzverordung
durch den Gesetzgeber nach Beantragung der Genehmigung, hat die
Heizkraftwerk Kehl GmbH inzwischen einen Änderungsantrag gestellt auch
zukünftig Althölzer der Kategorie AIII und AIV zu verbrennen.
Mit einer Genehmigung wird für Mitte 2004 gerechnet. Die
Brennstoffmenge wird sich hierdurch nicht erhöhen und weiterhin 132.000
t gewogenes Gewicht betragen.